


Gothic-Riten, Ritus
Der Lateiner bezeichnet damit in erster Linie religiöse Vorschriften bzw. Zeremonien. Grob gesagt ist dafür auch Sitte, Brauch und Gewohnheiten gemeint.
Bei Verhaltensforschern wird der Begriff Ritus für eine sich immer wiederholende Handlung benutzt. Z.B. der allmorgendliche Kaffee oder das tägliche Lesen der Tageszeitung.
Religiöse Riten dagegen sind vorgeschriebene Handlungen bei Festlichkeiten oder anderen Tätigkeiten, die mit der Religion im Zusammenhang stehen. Rituale in der Religion festigen den Zusammenhalt zwischen den einzelnen Mitgliedern und somit auch den Zusammenhalt der ganzen Gemeinde. Das geht beim Gottesdienst los und geht weiter über Hochzeiten, Beerdigungen und das Feiern von besonderen Tagen. Da sind sich alle Religionen im weitesten Sinne gleich. Ob es das Osterfest bei den Christen ist, der Ramadan bei den Muslimen oder der Sabbat bei den Jüdischen Gemeinden. Alle Riten haben den Zweck, die Gemeinschaft zu stärken und Traditionen zu bewahren.
Dann gibt es auch noch die Staatsriten. Sei es das Gelöbnis, das ein Soldat bei der Bundeswehr ablegt oder der Bundeskanzler nach seiner Wahl. Diese Riten dienen nicht nur dem Zusammenhalt der Gemeinschaft, sondern sie sind im übertragenen Sinne auch eine Art Vertrag. Der oder die Person gelobt etwas und ist auch dann dazu verpflichtet sich an dieses Gelöbnis zu halten. Anderenfalls verliert diese Person dann die Glaubwürdigkeit und das kann zu einem Schaden des Images führen. Für Politiker kann dies das Aus der Karriere bedeuten.
Kommen wir nun zu Riten in der Gothic-Szene. Dort gibt es eine kleine Gruppe von Personen die sich Satanisten nennen. Meistens sind es junge Leute die im weitesten Sinne keine Ahnung haben und meinen, weil sie sich schwarz kleiden, schwarze Kerzen auf dem Tisch haben und ne schwarze Katze in der Bude halten, wären sie Satanisten. Weit gefehlt. Das sind meistens nur Mitläufer die sich am Wochenende den Spaß machen, mal mit ein paar Freunden über den Friedhof zu laufen und sich dem Gruseleffekt hingeben. Die meisten Menschen sind eh der Meinung, daß Satanisten nur auf Friedhöfen umherirren und Tote ausgraben bzw. Menschenopfer darbieten wollen. Diese Meinung hat dazu geführt, daß die ganze Gothic-Szene in Verruf gekommen ist.
Nach Anton Szandor LaVey(Verfasser der Satanischen Bibel) ist das höchste Gut auf Erden das Leben. Damit sind alle Lebewesen gemeint, gerade Tiere! Das mag verwunderlich klingen, doch in diesem Punkt lässt LaVey keine Ausnahme zu. Tiere und schwächere Personen wie Kinder oder alte Menschen sind zu schützen. Jeder Mensch soll tun was er tun will. Im übertragenen Sinne meint er, daß man egoistisch sein soll. Das liegt ja schließlich in der Natur des Menschen. Es gibt nach LaVey Dinge die typisch für den Satanismus sind, allerdings braucht sich niemand daran halten. Es wird also niemand zu irgendeiner Handlung gezwungen. Deshalb greift er sehr gerne und oft die christliche Kirche an, die er für heuchlerisch hält. “ Du sollst deinen nächsten Lieben wie dich selbst“. Darauf die Antwort von LaVey: dies ist absolut nicht die Natur des Menschen. Welches auch sein allgemeiner Kritikpunkt an der christlichen Religion ist. Man sollte dieses Buch mal gelesen haben. Abschließend sei zu sagen dass es in der Gothic-Szene keine besonderen Riten gibt. Es sei den daß man das Glas Sekt, das man trinkt bevor man in die Disco fährt, als Gothic-Ritual bezeichnet.